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Achtsamkeit beim Essen: Warum das Tempo auf dem Teller eine Rolle spielt

In einer schnellen Welt vergessen wir oft, innezuhalten — auch beim Essen. Achtsames Essen kann dazu beitragen, den Alltag bewusster und genussvoller zu gestalten.

Anna Mayer · Redakteurin

Was bedeutet achtsames Essen?

Achtsames Essen bedeutet, sich auf die Mahlzeit zu konzentrieren — ohne Ablenkung durch Smartphone, Fernsehen oder Arbeit. Es geht darum, die Farben, Aromen und Texturen der Speisen bewusst wahrzunehmen und sich Zeit für jeden Bissen zu nehmen.

Diese Praxis ist keine neue Erfindung. In vielen Kulturen weltweit gehört das gemeinsame, bewusste Essen seit Jahrhunderten zum Alltag. In unserer modernen, schnelllebigen Welt gewinnt dieses Konzept wieder an Bedeutung.

Bunte Bowl bewusst genießen

Achtsam essen beginnt mit dem bewussten Betrachten der Mahlzeit.

Langsamer essen — mehr wahrnehmen

Wenn wir zu schnell essen, verpassen wir einen großen Teil des Genusses. Das Kauen wird zur Nebensache, die Aromen werden kaum wahrgenommen. Wer sich dagegen Zeit nimmt, entdeckt oft völlig neue Geschmacksnuancen in vertrauten Gerichten.

Ein einfacher Trick: Legen Sie das Besteck zwischen den Bissen kurz ab. So entsteht ganz natürlich eine kleine Pause, die Ihnen die Möglichkeit gibt, den Geschmack bewusster wahrzunehmen. Mit der Zeit wird dieses langsamere Tempo zur Gewohnheit.

Einfache Übungen für achtsames Essen

  • Besteck zwischen den Bissen ablegen
  • Jeden Bissen mindestens 15 Mal kauen
  • Vor dem Essen drei tiefe Atemzüge nehmen
  • Ohne Bildschirm am Tisch sitzen
  • Farben und Aromen bewusst beschreiben

Die Atmosphäre zählt

Nicht nur das Essen selbst, sondern auch die Umgebung beeinflusst unser Erlebnis. Ein gedeckter Tisch, eine ruhige Atmosphäre und vielleicht ein paar Kerzen oder frische Blumen können jede Mahlzeit aufwerten — auch wenn es nur ein einfaches Abendessen ist.

In Österreich hat die Kultur des gemeinsamen Essens einen hohen Stellenwert. Das Wirtshaus, der Sonntagsbrunch mit der Familie, der Kaffeeklatsch am Nachmittag — all diese Traditionen haben eines gemeinsam: Sie laden zum Verweilen und Genießen ein.

Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme. Es ist eine Gelegenheit, innezuhalten und den Moment zu genießen.

— Markus Hofer, Journalist

Portionen bewusst wählen

Achtsames Essen kann auch bedeuten, auf die Portionsgrößen zu achten — nicht aus Verzicht, sondern aus Aufmerksamkeit. Oft stellen wir fest, dass kleinere Portionen, bewusst genossen, genauso zufriedenstellend sein können wie größere Mengen, die hastig verzehrt werden.

Servieren Sie sich zunächst eine moderate Portion und warten Sie einige Minuten, bevor Sie nachnehmen. So geben Sie sich die Möglichkeit, in sich hineinzuhorchen und zu spüren, was Ihnen guttut.

Bewusstes Frühstück genießen

Jede Mahlzeit kann ein Moment der Achtsamkeit sein.

Achtsam essen im Alltag verankern

Wie bei jeder neuen Gewohnheit braucht achtsames Essen etwas Übung. Beginnen Sie mit einer Mahlzeit am Tag, bei der Sie bewusst langsamer essen und alle Ablenkungen beiseitelegen. Vielleicht ist es das Frühstück, vielleicht das Abendessen — wählen Sie den Moment, der am besten zu Ihrem Alltag passt.

Mit der Zeit werden Sie feststellen, dass sich Ihr Verhältnis zum Essen verändert. Mahlzeiten werden zu kleinen Inseln der Ruhe im Alltag — Momente, die nicht nur den Körper nähren, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden unterstützen können.

Drei Impulse für den Start

  • Wählen Sie eine Mahlzeit am Tag für bewusstes Essen
  • Schalten Sie alle Bildschirme während des Essens aus
  • Nehmen Sie sich mindestens 20 Minuten Zeit pro Mahlzeit